{"id":5350,"date":"2016-10-14T16:43:57","date_gmt":"2016-10-14T16:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/iki-alliance.mx\/?p=5350"},"modified":"2017-10-25T18:43:45","modified_gmt":"2017-10-25T23:43:45","slug":"neuer-bericht-zu-fracking-in-lateinamerika-herausforderungen-und-hemmnisse-fur-den-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iki-alliance.mx\/de\/neuer-bericht-zu-fracking-in-lateinamerika-herausforderungen-und-hemmnisse-fur-den-klimaschutz\/","title":{"rendered":"Neuer Bericht zu Fracking in Lateinamerika. Herausforderungen f\u00fcr den Klimaschutz."},"content":{"rendered":"<p>Fracking ist seit Jahren umstritten. Von den einen als klimafreundliche Alternative gesehen, birgt sie f\u00fcr andere unvorhersehbare Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und den Klimaschutz. Die <em>Alianza Latinoamericana Frente al Fracking<\/em> stellt gemeinsam mit der Heinrich B\u00f6ll Stiftung neue Erkenntnisse aus Lateinamerika vor.<!--more--><\/p>\n<p><em>\u00daltima frontera<\/em> \u2013 so nennt sich der Bericht, der vergangenen Mittwoch von der <a href=\"http:\/\/nofrackingmexico.org\/\" target=\"_blank\"><em>Alianza Latinoamericana Frente al Fracking<\/em> <\/a>in Kooperation mit der <a href=\"http:\/\/mx.boell.org\/es\" target=\"_blank\">Heinrich B\u00f6ll Stiftung<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.tierra.org\/\" target=\"_blank\">Amigos de la Tierra <\/a>vorgestellt wurde. Der Bericht zeigt den Sachstand zu der viel diskutierten Technologie auf und detailliert Probleme und Herausforderungen in sechs lateinamerikanischen L\u00e4ndern, darunter Mexiko.<\/p>\n<p><strong>Was ist Fracking?<\/strong><\/p>\n<p>Fracking, auch Hydraulic Fracturing oder hydraulische Rissbildung genannt, ist eine Technologie, bei dessen Einsatz Schiefergas gewonnen wird. Schiefergas z\u00e4hlt zu den unkonventionellen Erdgasreserven, die sich schwer zug\u00e4nglich in mehreren tausend Metern Tiefe unter der Erdoberfl\u00e4che befinden. Um diese Gasreserven an die Oberfl\u00e4che zu bef\u00f6rdern, werden vertikale und horizontale Sch\u00e4chte ins Erdinnere gelegt. Unter hohem Druck wird daraufhin eine Fl\u00fcssigkeit (<em>Fracfluid<\/em>) ins Gestein gepumpt, das winzige Risse bildet und es aufbricht (dehalb Fracking<em>, frakturieren\/ zertr\u00fcmmern<\/em>). Somit werden die Kohlenwasserstoffe freisetzt.<\/p>\n<p>Der Bericht fasst verschiedene Risiken in Bezug auf Fracking zusammen. <em>Fracluid<\/em> beispielsweise ist ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien, bei dem weder bekannt ist, welche Chemikalien zum Einsatz kommen, noch wie viele (Patentgeheimnis des jeweilig operativen Unternehmens), oder welche Umweltbelastungen zu bef\u00fcrchten sind. Hinzu kommt, dass f\u00fcr jeden F\u00f6rderschacht zwischen neun und neunundzwanzig Millionen Liter Wasser ben\u00f6tigt werden. Das w\u00fcrde den j\u00e4hrlichen Wasserbedarf von 1,8 bis zu 7,2 Millionen Menschen decken.<\/p>\n<p>Der verursachte Druck bef\u00f6rdert nicht nur das Gas an die Oberfl\u00e4che, sondern s\u00e4mtliche zuvor verwandten Chemikalien, <em>flow back<\/em> genannt. 15-80% des <em>Flow backs<\/em> werden wieder ins Erdinnere injiziert. Dies kann zu Grundwasserverunreinigungen f\u00fchren; die Verursachung von Krebs und bleibende Sch\u00e4den im Nervensystem sind nicht auszuschlie\u00dfen. In den USA wird immer wieder von Erdbeben berichtet. Laut <a href=\"http:\/\/www.cartocritica.org.mx\/\" target=\"_blank\">CartoCr\u00edtica,<\/a> einer mexikanischen NGO die an einem Gesetz zum Frackingverbot arbeitet, ist die ist die Experimentaltechnik zudem weder nachhaltig noch \u00f6konomisch rentabel. Berechnungen zufolge kann ein Schacht sechs Jahre gef\u00f6rdert werden, wobei der Ertrag nach dem ersten Jahr um 70% abf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Derzeit ist Fracking in Frankreich, Bulgarien und in \u00f6rtlichen Teilen Spaniens, Australiens, Argentiniens, Irlands und den USA verboten. In Deutschland hat der <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/Content\/DE\/Artikel\/2015\/04\/2015-04-01-fracking-gesetz-kabinett.html%20\" target=\"_blank\">Bundestag im Juni dieses Jahres <\/a>ein weitgehendes Verbot f\u00fcr kommerzielles unkonventionnelles Fracking beschlossen. \u00a0Weiterhin erlaubt bleiben Probebohrungen zu wissenschaftlichen Zwecken, die jedoch der Zustimmung der Bundesl\u00e4nder bed\u00fcrfen. 2021 soll vom Bundestag entschlossen werden, ob es bei dieser Einigung bleibt.<\/p>\n<p><strong>Herausforderungen und Chancen f\u00fcr Mexiko und Lateinamerika <\/strong><\/p>\n<p>Mexiko befindet sich de jure in einer Grauzone. Es gibt weder ein Gesetz, das Fracking verbietet, noch eines, das es ausdr\u00fccklich erlaubt. Zwar wird Schiefergas noch nicht industriell gef\u00f6rdert oder exportiert, auf mexikanischem Boden werden allerdings sogenannte Explorationsbohrungen (<em>pozos expoloratorios<\/em>) durchgef\u00fchrt. Betroffen sind vorrangig die nord\u00f6stlichen Bundesstaaten wie Chihuaha, San Lu\u00eds Potosi oder Veracruz, in denen die meisten Vorkommen erwartet werden. Offiziell bekannt sind heute mindestens 28 Bohrungssch\u00e4chte. Der Privatsektor begreift Gas als klimafreundlichen \u00dcbergangsbrennstoff f\u00fcr die Energiewende, da er deutlich weniger CO<sup>2<\/sup> emittiert als fossile Energietr\u00e4ger wie beispielsweise Kohle, und Fracking als dessen Zukunftstechnologie.<\/p>\n<p>In Lateinamerika betrifft die Frackingproblematik insbesondere Argentinien. Dort wurde Ende 2010, in der Provinz Neuqu\u00e9n in Patagonien, ein gro\u00dfes Reservat an unkonventionellen Kohlenwasserstoffen entdeckt; seitdem ist das Wort Fracking in aller Munde. Auch in Argentinien gilt es, den Ausbau erneuerbarer Energien verst\u00e4rkt voranzutreiben. 90% der Prim\u00e4renergie wird noch aus fossilen Energietr\u00e4gern gewonnen.<\/p>\n<p>In Brasilien gibt es eine der gr\u00f6\u00dften Widerstandsbewegungen zu Fracking in der gesamten lateinamerikanischen Region. Das brasilianische Territorium ist durchzogen von zahlreichen Aquiferen. Die Zivilgesellschaft bef\u00fcrchtetet daher Grundwasserverseuchungen, die wiederum Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion- und Sicherheit haben w\u00fcrden. Im s\u00fcdlichen Brasilien, nahe des Guarani-Aquifers, sind die sozialen Bewegungen am st\u00e4rksten vertreten. Heute ist in 72 brasilianischen Gemeinden Fracking verboten.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentation des Berichts fand am 12. Oktober 2016 in Mexiko-Stadt statt und wurde von der Heinrich B\u00f6ll Stiftung organisiert.<\/p>\n<p>Begleitet wurde die Veranstaltung von der Dokumsentationsserie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uIixGe2Mp4c&amp;list=PLPgtRK4SeEnxBWzlY7ZBBxUqNl6i3ibsg\" target=\"_blank\"><em>Territorio Crudo<\/em><\/a> \u00a0des argentinischen Regisseurs Felipe Guti\u00e9rrez R\u00edos, der in eindr\u00fccklichen Kurzfilmen die \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Auswirkungen des Frackings schildert und sie mit pers\u00f6nlichen Erfahrungsberichten untermalt. Auch er ist Teil der <em>Alianza Latinoamericana Frente al Fracking<\/em>, einem B\u00fcndnis aus 25 Organisationen der Zivilgesellschaft mit dem Ziel, die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Vorgehensweise und Auswirkungen des Frackings zu informieren und dessen Etablierung zu verhindern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p>Homepage <a href=\"http:\/\/nofrackingmexico.org\/%20\" target=\"_blank\"><em>Alianza Latinoamerican Frente al Fracking<\/em><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uIixGe2Mp4c&amp;list=PLPgtRK4SeEnxBWzlY7ZBBxUqNl6i3ibsg\" target=\"_blank\">Territorio Crudo<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fracking ist seit Jahren umstritten. Von den einen als klimafreundliche Alternative gesehen, birgt sie f\u00fcr andere unvorhersehbare Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und den Klimaschutz. 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